ERSTE HILFE

Bitte beachten Sie:

Bei Notfällen verständigen Sie bitte sofort einen Tierarzt.
Dazu ist es hilfreich wenn Sie stets folgendes bereit halten:
· Telefonnummern Ihres Tierarztes, der nächsten Tierklinik, der Vergiftungszentrale und eines Tiertaxis
· am besten den Impfausweis Ihres Tieres
· den Gesundheitspass (Eintragungen über Entwurmungen, Operationen, Allergien oder Unverträglichkeiten)
· damit sich der Tierarzt gut auf Ihr Kommen vorbereiten kann, erklären Sie ihm, was genau passiert ist und was für Symptome Ihr Tier zeigt, denken Sie daran, dass es bei dem Tierarzt auf Minuten ankommen kann
· wenn Sie keine Nummer parat haben, können Sie auch in Notfällen die Feuerwehr anrufen (112), die Ihnen eine Telefonnummer eines diensthabenden Arztes weitergeben kann.

Was ist also zu tun….

– bei Insektenstichen?

Von dem Stich eines Insektes in den Fang oder in den Rachen herrscht durch starkes Anschwellen Erstickungsgefahr. Flößen Sie kaltes Wasser ein, oder geben Sie einen Eiswürfel in den Fang. Wenn es Ihnen möglich ist, entfernen Sie den Stachel mit einer Pinzette unter Zuhilfenahme einer Lupe. Bitte achten Sie darauf, dass der Stachel völlig entfernt wird. Wurde das Tier in die Pfote gestochen, machen Sie zusätzlich nasskalte Umschläge, um den Juckreis und eventuelle Schwellungen zu mildern. In jedem Fall fahren Sie sofort zum Tierarzt!

– bei Schock?

Unsere Vierbeiner können, wie der Mensch auch auf verschiedene Einflüsse schockartig reagieren. Folgende Symptome weisen auf einen Schock hin:
· das Tier fühlt sich kalt an
· der Atem und der Puls gehen sehr schnell
· blasses Zahnfleisch und Augenbindehäute
· Verkrampfung des Körpers
Wickeln Sie die den Hund zur Erhaltung der Körpertemperatur in eine warme Decke ein und lassen Sie dabei den Kopf frei, damit das Tier noch weiter atmen kann, legen Sie ihn in Seitenlage . Eventuell sollte die Zunge herausgezogen werden, um die Atmung zu erleichtern. Fahren Sie sofort zum Tierarzt oder rufen Sie den Tiernotdienst an!

– bei Hitzschlag?

Hat Ihr vierbeiniger Freund in der prallen Sonne gelegen oder war eine Zeit lang in einem warmen Auto und beginnt schnell und kurz zu atmen, hat er Schüttelfrost, Krämpfe oder speichelt er sehr, so sind das Anzeichen für einen Hitzschlag. Legen Sie ihn sofort in den Schatten und benässen ihn mit kaltem Wasser. Beginnen Sie dabei an seinen Beinen und arbeiten Sie sich weiter bis zum Kopf vor. Wickeln Sie ihn anschließend in ein nasskaltes Tuch oder in eine Decke. Diese Behandlung sollte nicht länger als eine halbe Stunde dauern und fahren Sie dann sofort zum Tierarzt!

Was Sie bei stark blutenden Verletzungen machen können:

Bei einer stark blutenden Wunde binden Sie die betroffene Gliedmasse oberhalb der Verletzung mit einem sauberen Tuch ab, ohne vorher zu reinigen und fahren sofort zum Tierarzt! Wo ein Abbinden nicht möglich ist, legen Sie bitte einen breitflächigen Verband an, den Sie mit anderen sauberen Tüchern polstern, damit die Gliedmasse oder Körperteile nicht eingeschnürt werden. Eine Pfote sollte nicht länger als 10 Minuten abgebunden sein, denn der Folgeschaden am Tier kann sehr groß sein. Ist es eine sickernde Blutung, hilft ein Druckverband weiter, bis Sie beim Tierarzt sind. Entstandene Wunden sollten innerhalb von 4 Stunden genäht werden, ansonsten muss der Tierarzt die Wundränder auffrischen, damit sie zusammenheilen können.

– bei Bissverletzungen

Tiefe Bisswunden erfordern den Einsatz von Antibiotika, da Gefahr einer Entzündung droht. In diesem Fall ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich! Bei oberflächlichen Bissverletzungen entfernen Sie zunächst mit einer Schere das Fell in der Umgebung der Wunde. Die betroffene Region vorsichtig mit warmem Wasser und einem milden Desinfektionsmittel befeuchten. Wasserlösliches Gel auftragen. Auch hier kann die Naturheilkunde gut zum Einsatz kommen.

– bei Zeckenbissen

Zecken gehören zu den Parasiten, die meistens in Unterhölzern leben. Sie beißen sich zum Blutsaugen in der Haut fest. Bei der Fellpflege wird dann oftmals der Kopf der Zecke durch die Bürste abgerissen und die Stelle entzündet sich oder kann Borreliose übertragen. Untersuchen Sie das Fell am bestem nach jedem Freilauf. Findet sich ein Schmarotzer, so drehen Sie ihn mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange, die Sie in Tiergeschäften oder in der Apotheke bekommen, aus der Haut. Vorbeugend kann man außer den chemischen Mittel auch Naturheimittel einsetzen.

– bei Flohbissen

Sie erkennen einen Flohbefall beim Kämmen des Felles durch kleine schwarze Pünktchen, das ist der Kot der kleinen Tierchen. Stetiges kratzen Ihres Hundes/Katze ist die Folge. Die Flöhe selbst sind selten zu entdecken, da sie direkt auf der Haut und in dichtem Fell umherkrabbeln.

Bei Befall desinfizieren Sie die gesamte Umgebung (Wohnung, Körbchen etc.), die Parasiten können vier Monate in Fugen und Ritzen ohne Nahrungsaufnahme überleben und sich immer weiter vermehren. Ihr Tier muss natürlich behandelt werden.

– bei Erbrechen und/oder Durchfall

Häufiger Stuhlgang. Der Kot ist sehr weich und flüssig und hat oft einen sehr unangenehmen Geruch. Spannungsgefühl im Unterleib. Am besten 24 Stunden nicht füttern, aber für reichlich Trinkwasser sorgen, da das Tier durch den Durchfall einen erheblichen Flüssigkeitsverlust erleidet und sogar davon sterben könnte, muss es viel trinken. Solange das Tier trinkt besteht keine Lebensgefahr. Sollte es aber das Wasser verweigern sofort zum Tierarzt!!!

Wenn das Tier keinen Stuhlgang mehr hat oder der Kot wieder fester wird, geben Sie dem Tier mehrmals kleine Portionen (etwa 1/4 der normalen tägl. Futtermenge) gekochtes Hühnerfleisch mit Reis gemischt oder Haferschleim. Nach drei Tagen bei normalem Stuhlgang können Sie wieder wie gewohnt füttern.

Wenn der Durchfall länger als 24 Stunden anhält, das Tier teilnahmslos ist und zusätzlich erbrich, bringen Sie es zu Ihrem Tierarzt!!! Nehmen Sie möglichst eine Stuhlprobe mit zur Untersuchung.

Wie messen Sie Fieber?

Lassen Sie Ihr Tier von einer anderen Person festhalten. Wehrt sie sich dennoch, sollten Sie das Fiebermessen unterlassen, da ernsthafte Komplikationen die Folge sein könnten. Ansonsten benutzen Sie ein bruchsicheres elektrisches Thermometer. Cremen Sie das Thermometer mit einer neutralen Salbe wie z.B. Vaseline ein. Führen Sie das Thermometer langsam und vorsichtig ca. 5 cm in den After des Tieres ein. Solange das Thermometer im After des Tieres steckt, halten Sie es bitte fest. Lassen Sie es ungefähr 60 Sekunden stecken. Aus hygienischen Gründen können Sie vorher ein Thermometer-Gummi (erhältlich in Ihrer Apotheke) über das Ende, welches Sie in den After führen, überstülpen.
Die normale Temperatur eines Hundes/Katze liegt bei 38/39 Grad Celsius. Liegt die Körpertemperatur über oder unter diesem Wert, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf!

Was können Sie tun bei Magendrehung?

Häufig betroffen sind große Hunderassen. Eine Magendrehung entsteht, wenn sich Hunde mit vollem Magen schnell bewegen. Der Magen dreht sich im Bauch und schnürt sich somit ab. Gase füllen den Innenbereich. Der Hund bekommt sehr starke Schmerzen, erbricht in häufigen Fällen und hat einen sehr aufgeblähten Bauch. In den Fällen einer Magendrehung stirbt der Hund an Herzversagen, wenn er nicht schnellstmöglich operiert wird!!!